Bericht von Barbara Weber, Landesvertreterin für Georgien, über die chirophonetische Arbeit mit Ulrike Armansperg (10.2.2020):

 

Jahresbericht Georgien

 

Herausragend war in diesem Jahr der Besuch von Ulrike von Armansperg hier bei uns in Tiflis, zu dem ich folgenden Bericht geschrieben habe:

 

Über die chirophonetische Arbeit mit Ulrike von Armansperg im September 2019 in Tiflis, Georgien

 

Ulrike und ihr Mann sind im September eine Woche früher – vor ihrer geplanten Reise mit der Christengemeinschaft durch ganz Georgien – nach Tiflis gekommen. Ulrike und ich hatten uns vorgenommen, intensiv an den Sonderformen zu arbeiten. Einige Tage eine so erfahrene Lehrerin wie Ulrike zur Fortbildung hier zu haben, war für mit ein großes Geschenk. Für mich fiel Ulrikes Kommen gerade in unsere erste Schulwoche und ich bin sehr dankbar, dass meine Kollegen mich für drei Tage ganz für die Chirophonetik freigestellt haben. Meine Kollegin in der Heilpädagogik schätzen inzwischen die Chirophonetik als Therapie, - durch die bisher gemachten Erfahrungen mit der Wirkung dieser Therapie an unseren Kindern – immer mehr und helfen mir wo sie können um der Chirophonetik in jeder Hinsicht Raum zu geben. An unserem ersten gemeinsamen Nachmittag und Abend konnten wie gleich einen Ausflug nach Mzcheta – der alten Hauptstadt Georgiens – machen und haben auch die berühmte „Dschwari“ (Kreuz) Kirche besucht. Am Abend saßen wir dann in einem Gartenrestaurant und Ulrike und Andreas konnten einen kleinen Eindruck von einer georgischen „Supra“ (Gastmahl) bekommen. Am nächsten Tag haben wir dann mit der Chirophonetik begonnen. Wir haben an den sieben Gaumen, Lippen und Herzpunkten gearbeitet. Ganz wichtig waren mir hierbei Ulrikes Hinweise bei diesen Stellen – auf die Artikulationszonen zu achten. So wurde für mich deren Metamorphose an den entsprechenden Stellen am Körper viel klarer. Wir beschäftigten uns auch mit der AUM – Sonderform, die z.B. bei bettlägrigen Patienten angewendet werden kann. Diese Form hatte sich Alfred Bauer auf dem Krankenlager von Ulrike erbeten und war die letzte therapeutische Anweisung, die er gegeben hat. An dieser Form haben wir geforscht – fanden auch Verbesserungsideen für das Streichen, des „A´s“ und ich konnte stark erleben, dass diese Form sich sehr für „Schwellensituationen“ eignet. Die Form hat eine große „ganzmachende“, „heilende“ Wirkung und ist wie eine Perle in Sondersituationen. Am Abend saßen wir im Garten und haben einen literarischen „Ausflug“ gemacht. Wir lasen in Boris Pasternak Briefen, die er nach Georgien geschrieben hat. Am nächsten Tag arbeiteten wir an der Lautreihe „ISTAO“ und „USTAO“ für die Beinbehandlung und an „IEU“ impulsiert. Am Ende des Vormittags fanden wir dann auch noch Zeit gemeinsam Heileurythmie zu machen. Am Nachmittag hatten Ulrike und ihr Mann Zeit, das georgische Nationalmuseum zu besuchen. Zu sehen ist dort z.B. „der goldene Löwe“ eine 5000 Jahre alte Goldskulptur, deren Verarbeitungstechnik die Wissenschaftler noch immer vor Rätsel stellt. Viele unglaublich schöne Schmuckstücke aus der Zeit des 8. bis 3. Jahrhunderts v. Chr. sind dort ausgestellt. Am Freitag morgen begann unsere Arbeit mir Heileurythmie. Chirophonetisch begaben wir uns dann übend an das kleine „M“ mit Hautverschiebung. Wir stießen auf wichtige Fragen den Atemrhythmus des Patienten betreffend. Das Atemtempo ist ja bei Kindern ein schnelleres als bei älteren Menschen. Darauf als Therapeut achtsam einzugehen ist wichtig. Ulrike erzählte, dass Alfred Bauer zu Beginn seiner Tätigkeit manche Laute sehr rasch gestrichen hat und dass er sich im fortgeschrittenen Alter immer öfters Langsamkeit erbeten hat – was ja evtl. damit zusammenhängen mag, dass der Atemrhythmus sich mit dem Lebensalter verändert. Das kleine M haben wir auch am Nacken geübt. Und danach verschiedene Varianten des 4 stufigen „U“s ausprobiert.

 

Ulrike zeigte mir dann noch die die Ausführung von Symmetrie–Reihen an Hand von L und E. Alfred Bauer sagte hierzu: „Die Wirkung der Symmetrie-Reihen besteht im Mangel. Der Patient entbehrt die zweite Hälfte des Striches und bietet innere Aktivität auf, um den Mangel auszugleichen.“ Günstig können die Symetriereihen z.B. bei Gleichgewichtsstörungen wirken, bei Koordinierung des Bewegungsablaufes und wenn die unteren Sinne nicht entsprechend entwickelt sind. Nach unserem Üben waren wir im Schwefelbad und haben gefühlt, dass das gemeinsame Baden in den Schwefelquellen hier in Tbilisi auch immer ein soziales Ereignis ist. An unserem letzten Übtag konnten wir das Gelernte wiederholen, was Sicherheit verschaffte. Ich habe in den Tagen mit Ulrike viel gelernt – fachlich und menschlich. Die Chirophonetik öffnet einen erhabenen Zugang zum anderen. Sie trägt zu mehr Liebe bei. Ich danke Ulrike – persönlich und als Landesvertreterin - dass unsere Arbeit hier vor Ort – auf georgischem Boden – stattfinden konnte.

 

Im Moment habe ich auch wieder die chinophonetische Arbeit mit R. begonnen (Fernfahrer 35. Jahre alt), der mit der Therapie ein halbes Jahr pausierte, weil er immer Aufträge für Lieferungsfahrten nach Russland hatte. Die vielfältigsten Abenteuergeschichten gab es in der Zwischenzeit bei ihm natürlich auf den Touren .... worunter ein Schlangenbiss beim Baden im Fluss nur eine Episode ist... Er ist jetzt für längere Zeit wieder hier in Tbilisi und will die Kontinuität mit der Chirophonetik wieder aufnehmen. Das Problem mit dem Alkohol scheint - auch wegen den Umständen, dass er ja so oft im Auto sitzt - nicht so im Vordergrund zu sein. So beschreibt er es auch. Aber ganz frei ist er von der Sucht nicht. So sagte er z.B.heute zu mir, dass als er an den Feiertagen Wodka geschenkt bekam und er wusste die Flasche ist im Haus, er nicht schlafen konnte. berhaupt plage ihn manchmal Schlaflosigkeit und langes Grübeln. Rückenschmerzen hat er oft. Insgesamt wünscht er sich von der Chirophonetik auch inneres Gleichgewicht. Wir treffen uns immer am Sonntag morgen um 8 Uhr vor der Eurythmie zu Chirophonetik. Zunächst machte ich: ( IAO)3, JA ich bin -auf georgisch und dann die Symetriereihe - auch weil ich die jetzt gut kann - und wegen dem inneren Gleichgewicht. Die Beine waren erst kalt - aber nach wenigen M ganz warm. An den Beinen habe ich noch IST gestrichen. Am Schluss habe ich noch 3 lange U gestrichen worauf er sagte: Ich hab jetzt meine Beine wieder.

 

Mit Brigitte Leiser habe ich mich über die Arbeit mit R. beraten und sie riet mir noch einen schönen Anfangs oder Endspruch hinzufügen. z. B.: I ..."Licht im Himmel" I "Licht in mir" I "Licht durch mich" O "auf Erden hier" danach einige sehr ruhig gestrichene M z. B. : I .."in dem Haupte bin ich licht" A " in den Gliedern bin ich stark" O "in dem Herzen bin ich froh" Sie riet auch noch zu Planet Jupiter, da er Bezug zu R´s sicher geschädigter Leber hat. Schon bald nach dem Wiederbeginn mit der Therapie hat R. mehr Wille, Kraft und Ordnung gefühlt. Er hat jetzt eine Schulung begonnen, bei der er ein neues Zertifikat erwerben kann für die Fahrerlaubnis für Schwersttransporte (höchste Klasse). Er sagte: „Die Fortbildung in meinem Beruf bringt mir auch persönlich viel“.

 

In der Michael Schule arbeite ich gerade mit einem 8 jährigem Jungen, der sehr zappelig und unruhig ist mit der Reihe RL-RL2-RL3-RL4-RL5-RL6-RL7. Der Junge ist sehr aufmerksam und ruhig dabei. „Die größer werdende Anzahl der L´s bewirkt, dass an der Stelle der Unruhe Klang und Harmonie in Leib und Seele dringen“.

 

Ich selber habe als Eurythmistin in nächsten Jahr verstärkt Stunden – in der pädagogischen Eurythmie – in der hier bestehenden berufsbegleitenden Eurythmieausbildung übernommen. Langfristig hoffe ich, dass die Abeit doch soweit kommt, dass von den heranwachsenden Studenten einige Klassen in der Eurythmie, die jetzt von mir unterrichtet werden, übernommen werden können. Es könnte sein, dass ich dadurch mehr Freiraum bekomme, um die chirophonetische Arbeit hier in Georgien noch zu intensivieren und auszubauen.

 

Bei unserem Ländertreffen im Sommer 2020 in Linz werde ich einen Eurythmiekurs anbieten – zu den Konsonanten M, S, H – in ihrem Verhältnis zu Luzifer und Ahriman.

 

Dabei plane ich den hygienischen Aspekt dieser Konsonantenreihe in den Vordergrund zu stellen. Eine Art „Schutzübung“, die jeder im Alltag gut brauchen kann.

Die therapeutische Anwendung der Rhythmen bei Angst und Stress durch die Chirophonetik

 

In der Chirophonetik wird das Künstlerische der Sprache mit rhythmischen Bewegungen der Hände auf den Leib übertragen, was gerade bei Stress-Abbau und Angstüberwindung von großer Bedeutung ist.

Wäre man eine Mutter, würde man bei Angst oder Stress-Situationen sein Kind in die Arme nehmen und es, ein Lied summend, schaukeln; einen uns nahestehenden Menschen würden wir vielleicht tröstend umarmen. Als Therapeutin kann ich mit den heilenden Kräften der Sprache und rhythmisch bewegten Händen nur auf diese Weise den Leib berühren und damit mein inniges Mitgefühl vermitteln: Ich streiche in rhythmischer Abwechslung von kurzen und langen Silben in bestimmten Versmaßen über den Rücken (oder über die Beine, oder über die Arme, je nach Notwendigkeit), während ich gleichzeitig einen dafür ausgewählten Vers spreche. Auch ein Lied kann rhythmisch gesungen und dabei gestrichen werden. Dies soll den Klienten, das Kind in sein Gleichgewicht zurückführen, seine Seele und auch seinen Leib entweder entspannen, oder aber stimulieren. Natürlich ist eine vorab gestellte Anamnese vonnöten.

In der Praxis sieht es so aus: Es wird z.B. bei Lernstress ein sowohl tröstlicher wie auch ermutigender rhythmischer Vers gesprochen und seine Form gleichzeitig auf den Rücken gestrichen.

Bei Immobilität, hervorgerufen durch Ängste, wird rhythmisch über die Arme gestrichen und dazu leise gesungen.

Oft gehen Schlafstörungen und ein irreguläres Atmen bei Angst und Stress mit einher. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein rhythmisches Streichen an den Unterarmen mit gleichzeitigem Summen eines bestimmten Lautes unseres Alphabets in einen entspannten Schlaf überführt. Um den Atem zu regulieren, hilft der wunderbar harmonisierende Hexameter – gesprochen und gleichzeitig zuerst auf den Rücken und dann an den Beinen gestrichen.

Man kann sehen, dass in solchen Fällen immer das Rhythmische System betroffen ist. Rudolf Steiner erklärte den Waldorf-Lehrern, dass Rhythmus Kraft ersetze. Damit ist außer der physischen besonders auch die seelisch-geistige Kraft gemeint. Wir können sehr oft nicht die Umstände ändern, die Stress und Angst hervorrufen, aber wir können künstlerisch-therapeutisch u. a. durch Rhythmen dem Kind oder dem Klienten die Kraft vermitteln, sich selbst zu wappnen um Angst zu überwinden, sowie um Stress zu meistern.

Elisabeth Correa
Chirophonetik-Therapeutin

Vortrag und Schnuppermöglichkeit           am 16. März 2019

DIE BEHANDLUNG DES STOTTERNS

Die Behandlung des Stotterns ist gewiss die schwierigste Aufgabe des

Sprachtherapeuten. Bemühungen, die nicht mit gründlichem Eifer

betrieben werden, können nicht helfen, sie schaden sogar.

Hoffnungen, die erweckt und nicht erfüllt werden, lähmen den, der

an Stottern leidet um weiteres zu unternehmen. So wandert er oft von

einem Therapeuten zum anderen und die Erfolgschancen werden mit

sinkendem Mut geringer. Heilbar ist das Stottern, nach meiner sehr

langen Berufserfahrung nur dann, wenn sowohl vom Therapeuten, wie

auch vom Patienten und seiner Familie alles daran gesetzt wird, nicht

nur sein Sprechen, sondern auch sein ganzes Leben zu ordnen.

(Alfred Baur, Logopäde und Heilpädagoge)

 

Durch die Chirophonetik können Logopädinnen – in enger Zusammenarbeit

mit den Eltern – dabei Hilfe leisten und den Sprachfluss verbessern, gegebenenfalls sogar eine vollständige Heilung ermöglichen.

Elisabeth Correa